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enoplan: Entlastungsorientierte Dienstplanung

enoplan ist die bundesweit umfangreichste Befragung des Fahrpersonals zu Arbeitsbedingungen und Arbeitsinhalten: Seit Beginn des Projektes im Jahr 2014 haben sich 5.000 Fahrerinnen und Fahrer von neun Verkehrsunternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet an der Befragung beteiligt. Und es werden ständig mehr.

enoplan analysiert nicht nur die allgemeine Belastung des Fahrerberufs, sondern auch die konkrete Belastungssituation einzelner Dienste und Linien. Ziel ist es, betriebliche Lösungen zur Erhöhung der Arbeitszufriedenheit zu finden und damit eine nachhaltige Senkung des Krankenstandes zu erreichen. Das stärkt die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen.

Bereits jetzt zeigt sich: Entlastende Maßnahmen müssen nicht kostenintensiv sein. Oft reicht schon eine bessere Pausensituation, eine andere Ablösung zwischen den Diensten oder ein Wechsel zwischen hochbelastenden und entlastenden Dienstanteilen.

Auf den Umfrageergebnissen aufbauend hat das enoplan-Team Methoden entwickelt, die eine praxisnahe Gefährdungsanalyse (nach § 5 Arbeitsschutzgesetz) für das Fahrpersonal gewährleisten – im laufenden Linienbetrieb.

Wie gehen wir vor?

Wer Fahrerinnen und Fahrer fragt, was ihren Arbeitstag im Liniendienst am meisten belastet, erhält die unterschiedlichsten Antworten – so unterschiedlich, wie die Menschen es eben empfinden. Genau hier setzt das bundesweite Projekt „enoplan – entlastungsorientierte Dienstplanung“ an:

Jeder Betrieb ermittelt „seine“ Hauptbelastungsfaktoren im Dienst. Wie belastend ein Faktor empfunden wird, erfragt unser Projektteam daraufhin individuell bei den Kolleginnen und Kollegen. So erhalten Betriebe wertvolle Hinweise darauf, wo genau welche Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden können.

Das Besondere: Es werden nicht nur die „harten“ Dienstplanparameter wie Dienstart, Dienstlage, geteilte Dienste, Schichtdauer oder Pausen abgefragt. Vielmehr werden auch qualitative Belastungen des Fahrdienstes auf einzelnen Linien , so genannten „Stresslinien“, einbezogen.

Dazu gehören Stressfaktoren wie beispielsweise Verkehrsdichte, Fußgängerverkehr im Innenstadtbereich, Fahrgastaufkommen, kontrollierter Vordereinstieg oder problematische Haltestellen. Sie werden zu Belastungsparametern zusammengefasst, die ermöglichen, Diensten einen Belastungswert zuzuordnen.

Das Foto zeigt unser Projektteam (von links nah rechts): Dr. Volker Röske, Cornelia Reimann, Jörg Schulz, Thomas Wunder

Was ist der Vorteil?

Angesichts wachsender Krankenstände im Fahrdienst und älter werdenden Belegschaften schafft enoplan ein innovatives Instrumentarium zur Optimierung der Dienstplanung.

Denn die Berücksichtigung von Belastungsfaktoren im Dienstplan bewirkt einen guten Ausgleich zwischen belastenden und entlastenden Dienstanteilen. Das befördert Arbeitszufriedenheit und damit den wirtschaftlichen Erfolg.

Hintergrund

Die Idee zu enoplan entstand aus vielen Gesprächen im Rahmen des Koblenzer Forums, dem Branchenforum für den Nahverkehr.

Jedes Jahr im Januar kommen hier Betriebsräte, hauptamtliche Verdi-Sekretäre, Berater, Fachjuristen und Unternehmensvorstände zusammen, um drei Tage lang aktuelle Themen des ÖPNV zu diskutieren.

Den Anfang von enoplan machten Dresden, Erfurt, Solingen und der Regionalverkehr Hannover, weitere Verkehrsbetriebe schlossen sich an. Dazu gehören Göttingen, Chemnitz, die RNV (Rhein-Neckar-Verkehrsbetriebe), der Westverkehr in Geilenkirchen und der VER in Ennepetal.